Stembox at its best

Urlaub vom Urlaub oder 2 x 2 = Ettringen

Home, sweet home. Bei Anikas Eltern im Rheinland legen wir eine Pause ein. Eigentlich wollten wir hier Jakob abgeben und hauptsächlich in der Eifel klettern. Irgendwie kommen wir aber doch nicht so leicht wieder vom Sofa hoch und auch die bequeme Badewanne hat es uns angetan. So relaxen wir ein paar Tage, bevor es dann wirklich nach Ettringen geht. Zuvor richtet Sportphysio Kruse in Hennef Anikas ISG wieder, das sich wohl etwas verschoben hatte. Wahrscheinlich fehlte der tägliche Druck des Bürostuhls…

In Ettringen können wir endlich an der Grossen Wand klettern. An Wochenenden ist es dort normalerweise rappelvoll oder im Sommer ist es zu heiss, doch nun unter der Woche sind wir fast allein und das Wetter ist perfekt. Zwar waren wir bereits zweimal zum Klettern dort, doch damals spülte uns schon bald der Regen aus der Wand. In den Weihnachtsfeiertagen nagelte uns die Sonne in einigen kurzen Routen an der linken Wandseite fest und die schönen langen Risse im Hauptteil der Wand lagen unter Schnee im Winterschlaf. Also mussten wir zurückkommen. Nun hatten wir die freie Wahl: Verschneidungsakrobatik im Direkten Amerikanischen Traum (7), Schmerztoleranztest an den Füssen bei der Wirbelsäule (8-) oder das für Ettringen typische Auf-Absätze-Geturne etwas oberhalb des letzten Keils wie im Spektakulum (7). Am Anfang denkt man immer: „Wie soll das gehen?“ und am Ende gibt es doch eine recht einfache aber ungewöhnliche Lösung. Der Sektor bietet eine sehr grosse Menge an tollen und abwechslungsreichen Wegen in perfektem Basalt.

Wir übernachten auf dem Zeltplatz bei Familie Schäfer auf der anderen Strassenseite und können am nächsten Morgen direkt vom Kaffeetisch runtergehen in den Sektor Schäferley. Dort gibt es mit dem Kraftklub einen Sektor mit schönen kurzen Wegen. Viel länger dürften die Routen auch nicht sein, denn so viel Zeit bleibt nicht mehr, nachdem wir den Morgen ohne Jakob, der bei den Grosseltern geblieben ist, genossen haben. Wie in guten alten Zeiten schaffen wir es erst gegen 12 Uhr die Bustür aufzuschieben und sind fast etwas stolz dabei: Jawohl, wir können noch so richtig ausschlafen, wenn man uns lässt!

Wieder zurück in Sankt Augustin, statten wir Anikas Freundin Ute einen Besuch im neu eröffneten Landcafé Dröppelminna in Eitorf ab und empfehlen es gerne weiter. Bringt Hunger mit und überlegt euch schon mal, wie ihr die absorbierten Kuchenkalorien wieder abtrainieren könnt.

Ein Tagesausflug nach Köln muss natürlich auch sein. Zuerst treffen wir Kareen und Josh und danach klettern wir in Nostalgie schwelgend und die abgespeckten Griffe verfluchend an der Hohenzollern-Brücke. Ist schon nicht schlecht, so eine Klettermöglichkeit in der Stadt, aber echte Berge fetzen mehr und man kann sich mehr aus dem Weg gehen.

Ettringen die Zweite führt uns nochmal in den Grossen Bruch zum Sektor Music Hall und zum Krokodilsrücken im idyllischen Birkenwäldchen Kottenheimer Winfield. Hier können wir in kurzen Routen wieder Rissklettern und Selbst-Absichern üben. Das soll ja in den nächsten Monaten öfter auf dem Programm stehen und die Basaltrisse von Ettringen sind ein super Trainingsgebiet dafür. Nicky freut sich über Dungeons and Dragons (8-), einen off-width wie man auf Kletterneudeutsch sagt. Früher hiess es Schulterriss und klang nicht ganz so gut. Die Doppelfausttechnik wollte erst mal ein bisschen einstudiert werden, aber immerhin im zweiten Versuch gelang sie schon ohne Sturz, wenn auch mit Seil von oben.

Jakob macht inzwischen eine Fahrrad- und Bootstour mit Oma und Opa, versteckt Autos in deren Wohnzimmer, isst Unmengen von Eis und übt ein Leben ohne Windeln. Auch Jakobs Velo bekommt viel Aufmerksamkeit bei einer Generalüberholung in Opas Werkstatt. Am letzten Abend grillen wir noch schön auf der Terrasse mit Anikas altem Kletterkumpel Jürgen. Dann heisst es, den Bus wieder ordentlich zu beladen, denn unser Urlaub im Hotel Mama ist zu Ende – nächster Halt: Göttinger Wald.

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