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Margalef

Viva España! Hier werden wir die meiste Zeit unserer Reise verbringen. Wir überqueren die Pyrenäen auf einer kleineren Passstrasse und geniessen die Aussicht. Bei einem Stadtfest halten wir an, kaufen Käse, Wurst und süsses Brot, probieren Fitnessparcours und Spielpatz aus. Anlass des Festes ist anscheinend die Pilzsaison. Etliche Leute „schaukochen“ ihre Lieblingspilze und auf langen Tischen sind die lokalen Pilzarten zur Anschauung ausgebreitet. Nach der schönen Pause fahren wir weiter nach Margalef, wo wir zusammen mit Mirko klettern wollen.

Das Klettergebiet ist recht weitläufig, da sich seine Sektoren auf mehrere Täler und jeweils beide Flussseiten verteilen. Jeden Tag können wir einen neuen Sektor ausprobieren und eine neue Aussicht geniessen. Die Anfahrtswege und Zustiege halten sich in Grenzen und die Kletterei macht sehr viel Spass. Die langen Routen der Tarnschlucht zeigen Wirkung – wir haben Kraft mitgebracht. Manchmal bringen uns die bauchigen Einstiege jedoch trotzdem zur Verzweiflung, denn knackige Boulderzüge sind nicht so unser Ding. Der Fels ist Kalkkonglomerat, aber viele Kiesel sind nicht mehr zu sehen. Meistens klettern wir an teilweise erstaunlich tiefen und guten Löchern.

Das Wetter spielt gut mit, auch wenn es abends oft recht kalt ist. Wir können alle gemeinsamen Tage mit Mirko zum Klettern nutzen. Es folgen zwei Ruhetage mit Jakobs Geburtstag und nochmals drei Klettertage mit Kletterpartnern vom Zeltplatz. Auch Markus, ein Bekannter aus der Tarnschlucht, hat den Weg nach Margalef gefunden und klettert mit uns. An einem dieser Tage stellen wir einen Kletterrekord auf: jeweils sieben (7!) Routen können wir klettern, weil sich Jakob so schön fremdbetreuen lässt! Normalerweise kommen wir auf 3 bis 4 Routen pro Person.

In unserer „Freizeit“ sammeln wir kiloweise Mandeln. Walnüsse haben wir ja schon aus der Tarnschlucht. Weihnachten kann nun bald kommen! Wir finden auch einen Kaki-Baum, an dem es schon einige reife, honigsüsse Früchte zu ernten gibt. Auf dem Weg zum Felsen können wir oft schöne dunkelorange Baumerdbeeren (Mandroños) naschen – der Herbst ist schon eine tolle Jahreszeit.

Was gibt es sonst noch über Margalef zu erzählen? Olivenöl für Feinschmecker soll es hier geben und Mirko kauft sich dort eine Angellizenz für ganz Spanien. Eine Barbe aus dem Flüsschen muss gleich dran glauben. Geangelt wurde sie mit Jakobs „Stippe“, einer echten Kinderangel und Geburtstagsgeschenk von Mirko. An einem Tag führt durch den Montsant Nationalpark, in dem das Klettergebiet liegt, ein Extrem-Rennen. Die Anwärter nehmen eine 100km Strecke mit 4000 Höhenmetern unter die Füsse. Jakob gefällt das sehr und er ist ein begeisterter Anfeuerer: Venga Venga Venga – Animo – Allez Allez Allez. Viel Publikum sind solche Läufer nicht gewöhnt – einer ist von Jakobs Anfeuerung so begeistert, dass er gleich seine Spezialgummitiere mit ihm teilt. Hoffentlich fehlte ihm am Ende nicht die verlorene Energie.

2 Gedanken zu „Margalef

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